So stärkt Muskeltraining den Körper
Sechs Millionen Deutsche trainieren bereits Landesweiten.
Für eine tolle Figur, für mehr Muskeln. Und für die Gesundheit.
Sind die Muskeln nämlich trainiert, beugt das vielen Erkrankungen vor.
Warum erklären Experten:
Prof. Klaus Völker - Institut für Sportmedizin der Universität Münster
Prof.Jürgen Steinacker - Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin der Uniklinik Ulm
Prof.Winfried Banzer - Beirat Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes
Dr. Matthias Heinold - Fachbereich Bewegungswissenschaft an der Universität Hamburg
Professor Völker, Universität Münster:
„Durch ein moderates Krafttraining wird Erkrankungen wie Übergewicht, Osteoporose, Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes Typ II vorgebeugt und Schäden teilweise repariert. Rückenschmerzen , auch Beschwerden nach Bandscheibenvorfällen lassen sich durch Muskelaufbautraining lindern oder beseitigen. Gleiches gilt für Beschwerden durch Haltungsfehler und für den Spannungskopfschmerz. Eine gute Muskelkraft und Koordination beugen zusätzlich der Sturzgefahr vor und erhalten die Autonomie im Alter – hier ist Kraft häufig wichtiger als Ausdauer.“
Professor Steinacker, Uniklinik Ulm:
„ Der menschliche Körper ist seit vielen 100000 Jahren auf körperliche Anstrengungen geeicht. Bei langen Märschen zur Nahrungssuche, bei Sprints auf der Jagd. Das erforderte ständige Muskelarbeit. Unnatürlich ist die heutige sitzende Lebensweise. Wer Muskeln nicht trainiert, verzichtet auf viele gesunde Effekte. Muskeln verbrennen Zucker und Fette und sie schütten, wie man gerade herausfindet, viele Botenstoffe aus. Die beeinflussen Stoffwechsel und Immunsystem positiv.“
Professor Banzer,
Beirat Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes:
„Durch hohe Belastungen der Muskulatur entstehen kleine Risse in der Muskelfaser. Diese sogenannten Mikrotraumata regen die Muskulatur zum Wachstum an. Besonders intensiv sind die winzigen Verletzungen bei exzentrischem Training, also der Streckung der Muskulatur wie beim In-die-Knie-Gehen einer Kniebeuge.“
Kraft trainiert werden?
Dr. Heinold, Universität Hamburg:
„Beim Ausdauertraining wird häufig zu wenig Muskelmasse aufgebaut. Muskeln sind mit Abstand das größte Stoffwechselorgan des Körpers – mehr Muskelmasse bedeutet größeren Energieumsatz, sogar im Ruhezustand. Wichtig: Die Gewichtsabnahme nicht durch den Blick auf die Waage beurteilen. Denn Muskeln wiegen mehr als Fett. Werden sie aufgebaut, kann das Gewicht stagnieren, trotzdem sieht man schlanker aus.“
Professor Banzer:
Beirat Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes:
„Bei Osteoporose sind moderate Sprung- oder Stoßbelastungen in Kombination mit einem Kraft- und Koordinationstraining empfehlenswert. Bei Arthrose hingegen sollten Stoßbelastungen vermieden werden, hier sind eher gelenkschonende Kräftigungsübungen von Vorteil. Rückenschmerzen und Haltungsfehler werden durch eine Kräftigung der Rückenmuskulatur gelindert.“
Professor Banzer:
Beirat Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes:
„Der muskelaufbauende Effekt findet nur in der Ruhephase statt. Zwischen zwei Trainingseinheiten sollten mindestens 48 Stunden Pause liegen. Belastet man sich zu früh erneut, haben die beanspruchten Systeme noch nicht ihr Ausgangsniveau erreicht, um erneute Trainingsreize verarbeiten zu können.“
Dr. Heinold: Universität Hamburg
„Wichtig ist, den Körper nicht völlig auszupowern, immer ein paar Wiederholungen weniger machen als möglich wären. Sonst kann der Blutdruck zu stark ansteigen. Optimal ist ein halbstündiges Zirkeltraining mit Ausdauerelementen .“